Kommunaler Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Einhardstadt Seligenstadt

Ich habe am 10. Juli 2023 meine erste Rede vor der Stadtverordnetenversammlung gehalten, um den Antrag "Kommunaler Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in der Einhardstadt Seligenstadt" zu erläutern.

Wir sind heute hier im Bürg­er­haus Froschhausen zu dieser Stadtverord­neten­ver­samm­lung zusam­mengekom­men, bei der es dieses Mal kaum etwas zum The­ma „Bar­ri­ere­frei­heit“ zu bemän­geln gibt.

Jedoch, wie wir alle wis­sen, ist dies in der Regel nicht der Fall.
Auss­chuss­sitzun­gen find­en gewöhn­lich im großen Sitzungssaal des Rathaus­es statt.
Und unser Rathaus ist fast voll­ständig nicht bar­ri­ere­frei. Es gibt kaum bar­ri­ere­freie Zugänge.

Auch im Bürg­er­haus Riesen gibt es erhe­bliche Män­gel bei der Bar­ri­ere­frei­heit.
Dies führt dazu, dass bei Ver­anstal­tun­gen in diesen Räum­lichkeit­en sehr viele Men­schen mit kör­per­lichen Beein­träch­ti­gun­gen fast voll­ständig aus­geschlossen sind.

Geschweige denn sind sie für Men­schen mit anderen Beein­träch­ti­gun­gen zugänglich und ver­ständlich.
Dank der Pro­jek­te des Förderkreis­es Licht­blick hat­ten wir als Stadt sog­ar die Ehre, Host Town für die „Spe­cial Olympics“ zu sein und eine Del­e­ga­tion der kog­ni­tiv beein­trächtigten Sportler:innen aus Trinidad und Toba­go zu beherber­gen.

Lei­der wur­den hier nicht alle För­der­mit­tel abgeschöpft, die es in diesem Zusam­men­hang für die Umgestal­tung zu ein­er inklu­siv­en Stadt gegeben hätte.

Auch bei der Home­page der Stadt gibt es prak­tisch keine Bar­ri­ere­frei­heit.
Offen­sichtlich wurde bei der Auss­chrei­bung oder Ver­gabe der Erstel­lung oder Pro­gram­mierung der Home­page dieses Prob­lem nicht beachtet.
Und somit wer­den auch hier Men­schen mit Sehbe­hin­derun­gen oder ähn­lichen Ein­schränkun­gen aus­geschlossen oder mas­siv daran gehin­dert, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Bar­ri­ere­frei­heit bzw. Inklu­sion bildet eben viel mehr als die banale Rampe ab.
Sie muss für alle Men­schen in allen Lebens­bere­ichen ermöglicht wer­den.

Deshalb ist es wichtig und richtig, bei der bevorste­hen­den „Kick-off“-Veranstaltung die Bürger:innen und Vere­ine einzubeziehen, ihre Prob­leme anzuhören, Lösun­gen zu erar­beit­en, diese auch zeit­nah umzuset­zen und auf den Aktion­s­plan zu set­zen.

Und diesen immer im Blick behal­ten.
Denn ger­ade die Bürger:innen und Vere­ine sind ganz nah am The­ma und kön­nen von Prob­le­men bericht­en, die wir oft überse­hen oder gar nicht wahrnehmen.
Noch nicht wahrnehmen, denn eines Tages wer­den wir selb­st oder im engeren Fam­i­lienkreis mit dem The­ma „Bar­ri­ere­frei­heit“ kon­fron­tiert wer­den.
Ob durch das Alter oder Krankheit.
Und dann wis­sen wir, was zu tun wäre.

Deshalb müssen wir auf die Men­schen mit entsprechen­den Behin­derun­gen hören und ihre Prob­leme ernst nehmen.

Vie­len Dank!

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